Ich sitze mit dem Assistenzarzt in einem winzig kleinen Raum und er klärt mich auf. Über eine Ausschabung, die Komplikationen, die aber nur ganz, ganz selten auftreten. Ich kenne diesen Text schon. Höre ihn nicht zum ersten Mal. Fast wortwörtlich hat mir dies alles schon einmal ein Assistenzarzt runter gebetet. Es war vor 9 Monaten im Raum nebenan. Die Worte haben sich mir eingebrannt. Dann nennt er mir eine Uhrzeit am nächsten Vormittag. Ein paar Stunden später sei alles wieder in bester Ordnung. – ‚Nein! Ich brauche Zeit, um mich von meinem Kind zu verabschieden.‘ – ‚Aber, Frau W., morgen ist dann alles erledigt und um diese Uhrzeit sind Sie wieder zurück in Ihrem Leben…‘ – ‚Nein!‘ Er redet weiter auf mich ein. Mir schwirrt der Kopf. Ich brauche Zeit. Die letzte Zeit, die mir mit meinem Kind bleibt. Ich brauche diese Zeit. Er ist fest überzeugt zu wissen, was das Beste ist. Nach der OP fahr ich heim. Lege mich hin. Ruhe mich aus. Der Schmerz ist immer präsent. Das W...