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Posts mit dem Label "Schmerz" werden angezeigt.

Trost

    Das kleine Kind läuft, fällt und weint. Sofort ruft jemand „Alles ist gut!“ oder „Ist doch nichts passiert!“ Bei meiner Tochter gern genutzt werden Sätze wie „Komm, wir holen dir schnell ein Eis.“ und „Möchtest du einen Lutscher?“ Sobald ein Kind weint, wollen wir es ablenken. Den Schmerz wollen wir relativieren. Den Fokus auf etwas Positives lenken.   Ich habe zwei Kinder verloren. Ich durchlebte den größten Schmerz und wie reagierten meine Mitmenschen? Sie wollten mich ablenken. Klingt ziemlich hart, aber tatsächlich versteckt sich dieses Ablenken wollen unter dem wohlwollenden Worten „Trost spenden“. Das Prinzip ist exakt dasselbe. Der Schmerz wird relativiert: ·          „Das war ja noch kein richtiges Baby.“ ·          „Gut, dass es so früh passiert ist.“ ·          „Vermutlich wäre es schwer krank gewesen und euch ist ...

Ohnmacht

Ich sitze mit dem Assistenzarzt in einem winzig kleinen Raum und er klärt mich auf. Über eine Ausschabung, die Komplikationen, die aber nur ganz, ganz selten auftreten. Ich kenne diesen Text schon. Höre ihn nicht zum ersten Mal. Fast wortwörtlich hat mir dies alles schon einmal ein Assistenzarzt runter gebetet. Es war vor 9 Monaten im Raum nebenan. Die Worte haben sich mir eingebrannt. Dann nennt er mir eine Uhrzeit am nächsten Vormittag. Ein paar Stunden später sei alles wieder in bester Ordnung. – ‚Nein! Ich brauche Zeit, um mich von meinem Kind zu verabschieden.‘ – ‚Aber, Frau W., morgen ist dann alles erledigt und um diese Uhrzeit sind Sie wieder zurück in Ihrem Leben…‘ – ‚Nein!‘ Er redet weiter auf mich ein. Mir schwirrt der Kopf. Ich brauche Zeit. Die letzte Zeit, die mir mit meinem Kind bleibt. Ich brauche diese Zeit. Er ist fest überzeugt zu wissen, was das Beste ist. Nach der OP fahr ich heim. Lege mich hin. Ruhe mich aus. Der Schmerz ist immer präsent. Das W...

Unterstützung

Da ich mich in letzter Zeit oft über das unsensible Verhalten meiner Mitmenschen beschwert habe, möchte ich nun ganz klar sagen, was mir geholfen hätte. Obwohl ich dieses Schicksal mit so vielen Frauen teile, wissen anscheinend die meisten Menschen absolut nicht damit umzugehen (mich vor meinem eigenen Verlust wohl eingeschlossen). Wirklich verstanden fühlte ich mich nur von Sternenmamas, aber Unterstützung hatte ich mir eigentlich auch von anderen Menschen gewünscht. Also fange ich mal an, damit künftige Sterneneltern mehr Halt bekommen. ·          Sieh meinen Verlust. Ich weiß, du hast mein Kind nicht gekannt, nicht gesehen, nicht gespürt. Aber für mich war es mein Kind, ein vollwertiger Mensch, den ich über alles liebe. Also tu bitte nicht so als ob nichts wäre. Auch wenn sich im Leben scheinbar nichts verändert hat, so sieh doch bitte, dass für mich nun nichts mehr so ist wie vorher. ·       ...