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Posts

Es werden Posts vom Juli, 2020 angezeigt.

Erwartungen

Kürzlich ereilte mich ein Schicksalsschlag. Einer, bei dem es um Tod, Trauer, Schmerz geht. Einer, den ich mit vielen anderen Menschen teile. Einer, der in unserer Leistungsgesellschaft keinen Raum hat. Ich wusste, dass solche Dinge passieren. Ich wusste, dass es jeden treffen kann. Ich wusste, dass ich keinen Einfluss darauf habe. Dennoch traf es mich völlig unvorbereitet, völlig schutzlos und ich merkte, ich wusste gar nichts. Nichts über Tod. Nichts über Trauer. Über Schmerz schon ein bisschen, aber dies war eine andere Art von Schmerz. Die Art Schmerz, die nie vergeht. Endgültig. Ich teilte meinen Mitmenschen mit, was geschehen war. Ich hatte die langersehnte Schwangerschaft verkündet und nun musste ich deren Ende verkünden und ich bekam Mitgefühl und Anteilnahme von unerwarteter Seite. Menschen, mit denen mich sonst nichts verbindet, schrieben mir, fragten nach mir, waren da für mich. Auch wenn es schwer fällt, sich mit dem Leid anderer zu beschäftigen, so wissen wir d...

Bindung

Diese Sache mit der Bindung... Wie viele andere auch, bin ich auf Instagram unterwegs und als Mutter folge ich selbstverständlich den ganzen Instamuttis, die, die ihre Kinder so schön in Szene setzen, bei denen es nie dreckig ist und die den ganzen Tag freudestrahlend mit ihren Kindern spielen. Die, die über bedürfnisorientierte Erziehung predigen und vor allem über die heilige Bindung zwischen Mutter und Kind. Seitdem ich selbst auch zu diesem Club der Mütter gehöre, reflektiere ich vieles aus meiner Kindheit, meiner Erziehung und vor allem aus dem Verhältnis zu meinen Eltern. Dieses reflektieren ist keine angenehm Sache. Man muss eben den ganzen Kram aus dem Keller hoch holen und sich überlegen, was ist das? Warum habe ich das? Will ich das behalten? Mit anderen Worten: was ist bei mir schief gelaufen und wie mach ich das bei meinem Kind besser? Während diesem Reflektieren stoße ich also in der perfekten Instawelt auf den Begriff der Bindung und überlege mir, wie ist mein...

Leben

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Blog starte. Berichte ich über mein Leben? Einfach so, in chronologischer Reihenfolge? Das wäre doch wirklich zu einfach und einfach ist ein Wort, das nicht zu mir passen will. Auf jeden Fall nicht zu meinem Leben. Ich hätte es gerne einfach. Definitiv. Aber aus irgendeinem Grund entscheide ich mich nie für den einfachen Weg. Immer wieder nehm ich eine Abzweigung, die die wildesten Hindernisse parat hält. Immer wieder gehe ich Wege, die mich herausfordern, die mich wachsen lassen, die mich stärker machen. Und doch will ich es einfach. Nichts wünsche ich mir mehr als ein einfaches Leben zu führen. Eine Routine, ein gleich bleibender Alltag, ein langweiliger Trott - mit anderen Worten Sicherheit, Stabilität, angekommen sein. Ist dieser Wunsch so abwegig? So unerreichbar? Oder ist dieses Ziel tatsächlich möglich? Ich weiß es nicht. Einmal hatte ich dieses Gefühl. Das Gefühl, so kann es bleiben. So fühle ich mich wohl. Dies ist MEIN Leben...