Du wirst geboren und du wirst eingekleidet. Du wächst auf und dir wird Kleidung parat gelegt. Du wirst älter und dir werden Regeln anerzogen, wie du dich zu kleiden hast. Du wirst noch älter und es werden immer mehr Regeln, die Rocklänge, der Ausschnitt, die Länge deiner Ärmel, dein Haarschnitt, deine Frisur. Selbst als dein Scheitel 1cm zu weit links ist, wirst du ermahnt. Du befolgst die Regeln. Wirst immer mehr zu einer Anziehpuppe. Immer wieder gibt es neue Regeln. Immer wieder beugst du dich ihnen. Mit 18 schaust du in den Spiegel und hast keine Ahnung wen du da siehst. Eine leere Hülle, mit der andere tun, was immer sie wollen.
Du brichst aus. Wirfst alle Regeln über Bord, verlierst alles und fängst mutterseelenalleine bei Null an. Jetzt kannst du alles ausprobieren. Jetzt bist du frei von allen Regeln, von allen Trends, von allen gesellschaftlichen Erwartungen. Du probierst dies und jenes, versuchst das und das andere. Die Jahre vergehen und du veränderst dich immer wieder. Wie ein Chamäleon. Gleich geblieben ist nur der Blick in den Spiegel und die Frage: Wer bist du?
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